Aktuelles aus Etteln und Umgebung

Etteln schließt die "Weißen Flecken"

am .

Bereits im Rahmen der Infoveranstaltung der Deutschen Glasfaser im Januar 2019 in
der Gemeindehalle in Borchen-Etteln wurde klar, dass nur der innerörtliche Bereich
des Ortsteils Etteln durch das Unternehmen mit einem Glasfaseranschluss versehen
werden würde. Und selbst hier gab es Ausnahmen.

So waren z. B. der Teil der Kattenecke jenseits der Altenau oder sogar das Neubaugebiet ‚Auf der großen Rute‘
nicht im Ausbaugebiet (dem sogenannten Polygon) enthalten. Ortsvorsteher Ulrich
Ahle hierzu: „Nach Abschluss der Nachfragebündelung, in welcher der Ortsteil Etteln
mit Abstand als erster Borchener Ortsteil die erforderliche Beteiligungsquote von 40%
erreicht hatte, hat die Gemeindeverwaltung Gespräche mit der Deutschen Glasfaser
aufgenommen. Als Ergebnis konnte zumindest das Neubaugebiet ‚Talweg‘ neu mit in
das Polygon aufgenommen werden. Diese Polygonbildung ist teilweise schwer
verständlich. Berücksichtigt werden muss jedoch, dass die Deutsche Glasfaser den
Ausbau eigenwirtschaftlich, ohne jegliche öffentliche Zuschüsse vornimmt. Daher
überwiegen wirtschaftliche Gesichtspunkte bei der Frage, welche Häuser
angeschlossen werden können und bei welchen es sich für das Unternehmen nicht
lohnt.“
Ende 2018 hatte sich der Rat der Gemeinde Borchen bereits dazu entschieden, sich
nicht am kreisweiten Programm zur Versorgung der sogenannten ‚Weißen Flecken‘,
anders als alle anderen Kommunen im Kreis Paderborn, zu beteiligen. Zu den
‚Weißen Flecken‘ in Borchen gehören 78 Haushalte mit einer Internet-
Anschlussleistung von heute weniger als 30 Mbit/sec. Laut Kostenschätzung eines
Fachbüros hätten die Gesamtkosten für den Anschluss der ermittelten
unterversorgten Adressen im Bereich der Gemeinde Borchen 5,15 Millionen Euro und
somit mehr als 65.000 Euro pro Anschluss betragen. Die Gesamtkosten wären zu
90% durch den Bund und das Land NRW gefördert worden. Trotzdem wären noch
515.000, - Euro als Eigenanteil bei der Gemeinde verblieben. Eine knappe Mehrheit
des Gemeinderates entschied sich gegen diese Investition in die Zukunftsfähigkeit der
Gemeinde Borchen. Hier hatte die öffentliche Daseinsvorsorge versagt, es gab keine
Lösung für den Außenbereich von Etteln, aber auch nicht für die anderen Borchener
Ortsteile.
Nach der Nachfragebündelung der Deutschen Glasfaser im Mai 2019 suchte Ettelns
Ortsvorsteher Ulrich Ahle daher nach alternativen Möglichkeiten, auch den Häusern
den Anschluss an die digitale Welt und damit die digitale Teilhabe zu ermöglichen, die
von der Deutschen Glasfaser nicht bedient werden würden. Schnell war mit der Firma
Muenet aus Coesfeld ein Unternehmen gefunden, welches sich auf den
Glasfaserausbau im Außenbereich spezialisiert hat.
Mit der Verwaltung der Gemeinde Borchen wurde vereinbart, die Gespräche mit der
Firma Muenet erst zu konkretisieren, wenn der Ausbau der Deutschen Glasfaser im
Ortsteil Etteln anstehen würde. Dies war Anfang 2020 der Fall. Somit fand Mitte
Januar des Jahres 2020 das erste Gespräch mit dem Geschäftsführer der Firma
Muenet statt und schnell wurde klar, dass Etteln einen geeigneten Partner für das
Projekt gefunden hatte. Die Firma aus Coesfeld im Münsterland hat bereits über 100
ähnliche Projekte im Münsterland realisiert, viele von denen gemeinsam mit der im 20
Kilometer entfernten Borken beheimateten Deutsche Glasfaser. Bei den Projekten der
Firma Muenet gelten immer zwei Grundprinzipien: Die Erdarbeiten und die Verlegung
der Leerrohre erfolgen in Eigenleistung durch die jeweilige Dorfgemeinschaft und allen
Haushalten im Außenbereich wird ein Anschluss angeboten. Es gilt das Prinzip ‚Alle
oder keiner‘. Kein Haus wird ausgeschlossen, weil ein Weg zu weit oder zu schwierig
wäre.
Eine erste Planung für Etteln ergab 51 Häuser außerhalb des Polygons der
Deutschen Glasfaser. Der Großteil der oben beschrieben ‚Weißen Flecken‘ der
Gemeinde Borchen lag somit in Etteln. Schnell ergab sich in den ersten Gesprächen
in Etteln, dass auch landwirtschaftliche Betriebe in der Ortslage das Interesse haben,
ihre Ställe im Außenbereich mit einer schnellen Internetverbindung zu versehen.
Ortsvorsteher Ulrich Ahle: „Beruflich leite ich eine Organisation, die lizenzkostenfrei
Software Bausteine für die Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen zur
Verfügung stellt. Neben Smart Cities, wie z. B. in der digitalen Modellkommune
Paderborn, wird diese Technologie auch intensiv in der Digitalisierung der
Landwirtschaft eingesetzt. So können z.B. Fütterungsanlagen von den Herstellern
über eine Fernwartung betreut und die Lüftungsanalgen automatisch überwacht
werden. Videobilder aus den Ställen können online ins Wohnzimmer des Landwirts
übertragen werden oder der Futtermittelhändler kann den Füllstand der
Futtermittelsilos überwachen und rechtzeitig nachliefern.“
Von den 58 Haushalten und landwirtschaftlichen Betrieben im Außenbereich mussten
sich mindestens 40 für einen Anschluss entscheiden. Dies entspricht einer Quote von
70 Prozent. Die einmalige Anschlussgebühr beträgt 750,- pro Anschluss und die
Mindestvertragsdauer zwei Jahre. Der Basisvertrag kostet 50,- pro Monat.
Bereitgestellt werden sollte eine Bandbreite von 100 oder 200 Mbit/sec, wobei das
installierte Glasfasernetz jedoch gigabitfähig ist.
Der Rat der Gemeinde Borchen hatte sich in seiner Sitzung am 30.01.2020 im
Rahmen der Verabschiedung des Gemeindehaushalts 2020 dazu entschieden, dem
Antrag des Ettelner Ortsvorsteher Ulrich Ahle zu folgen und das Projekt mit 50.000,-
Euro zu unterstützen. Dies folgt einer langen Tradition der Unterstützung von
Eigenleistung in dem aktiven und attraktiven Dorf im Altenautal. Wenn ein solches
Projekt in Eigenleistung der Dorfgemeinschaft in einem Borchener Ortsteil erfolgreich
umgesetzt werden kann, dann in Etteln. Dies hat die Ettelner Dorfgemeinschaft schon
oft unter Beweis gestellt, z. B. mit dem Bau des Geräteraums an der Gemeindehalle,
dem Bau des Sportheims, der Renovierung des Dörrofens oder des Wasserwerks, der
Integration der Asylbewerber oder auch der Aktion ‚Etteln-solidarisch‘ bei der
Risikogruppen in der aktuellen Coronakrise unterstützt werden.
Auch die baufällige ‚Hebammenbrücke‘ über die Altenau wurde in Eigenleistung durch
die Dorfgemeinschaft neu errichtet. Hier übernahm die Gemeinde die Materialkosten.
Oder im Februar dieses Jahrs konnte das Elektro-Dorfauto ‚ettCAR‘ seiner
Bestimmung übergeben werden. Es wurde zu 35% durch die Gemeinde Borchen kofinanziert
und kann von allen Ettelner Bürgerinnen und Bürgern kostenlos genutzt
werden. Auch in diesem Projekt steckt eine Menge ehrenamtlichen Engagements der
Ettelner Dorgemeinschaft und seiner Vereine.
Der Ausbau der Glasfaser in Eigenregie durch die Dorfgemeinschaft war
volkswirtschaftlich eine kluge Entscheidung, denn für die Erschließung eines großen
Teils der ‚Weißen Flecken‘ muss nur ein Bruchteil der geplanten 5,15 Millionen
aufgewendet werden.

Polygon

Bild 1: Größenvergleich der Polygone der Deutschen Glasfaser (rot) und des Dorfprojektes (gelb)
Die Abbildung zeigt die Dimension des Projektes. Der rote Bereich stellt das Polygon
der Deutschen Glasfaser dar. Der gelbe Bereich stellt das Polygon um den
Außenbereich dar.

 

Die Entscheidung des Rates der Gemeinde Borchen zur finanziellen Unterstützung
war ein deutliches Signal an die Bevölkerung des Ortsteils Etteln, denn dieses Projekt
war eines der größten und herausforderndsten Projekte für die Ettelner
Dorfgemeinschaft in den letzten Jahrzehnten. Die Last dieser Aufgabe konnte nicht
nur auf den Schultern derer liegen, die zufällig außerhalb des Polygons der Deutschen
Glasfaser wohnen (dies gilt insbesondere für Bereiche wie die Kattenecke oder das
Neubaugebiet 'Auf der großen Rute', welche durch die Deutsche Glasfaser nicht
erschlossen wurden). Es sollte die gesamte Dorfgemeinschaft gefordert sein, die
Ärmel hochzukrempeln und nach bestem Vermögen mitzuhelfen und dieses kreisweit
einzigartige Projekt zu realisieren. Es galt 47 Hausanschlüsse zu erstellen, 40 Straßen
zu queren und in Summe über 30 Kilometer Leerrohr zu verlegen. Ulrich Ahle:
„Hierbei waren nicht nur Menschen gefragt, die wissen, dass es vor der Schippe
dunkel ist (und wissen, welche Bedeutung hinter diesem Sprichwort steckt) sondern
auch Menschen, die planen und koordinieren können, die beim Abschluss der
Nutzungsverträge mit den Grundeigentümern halfen (allein für den Anschluss eine
Schweinemaststalles sind für die Überbrückung von 900 Metern 18 unterschiedliche
Landeigentümer betroffen) oder die sich um das leibliche Wohl kümmern. Diesen
Menschen half ein deutliches Signal des Gemeinderates“.
Für den 24.01.2020 hatte Ortsvorsteher Ulrich Ahle eine Gruppe von Multiplikatoren
aus Etteln gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Firma Muenet und dem
Bürgermeister der Gemeinde Borchen, Reiner Allerdissen zu einem ersten
Planungsgespräch eingeladen. Am Montag, dem 03.02.2020 fand anschließend eine
Infoveranstaltung für alle Haushalte im Außenbereich und die gesamte
Dorfbevölkerung im Bürgerhaus in Etteln statt. An dieser Veranstaltung nahmen auch
Interessierte aus den umliegenden Orten teil.
Am Tag der Veranstaltung begann die zweiwöchige Nachfragebündelung. In dieser
Phase mussten sich mindestens 40 Haushalte für eine Teilnahme entscheiden, damit
die erforderliche Beteiligungsquote von 70% erreicht wurde und das Projekt beginnen
konnte. Zum Ende der Nachfragebündelung hatten sich 47 Haushalte und
landwirtschaftliche Betriebe zur Beteiligung an dem Projekt entschieden.
Dann kam Corona. Die Corona-Krise hat uns eindringlich vor Augen geführt, wie
wichtig eine gut funktionierende Internetanbindung für jeden Haushalt und auch jeden
Betrieb in Etteln ist. Viele, die in Büroberufen arbeiten, können nahezu ohne
Einschränkungen von zu Hause arbeiten, wenn eine stabile und leistungsfähige
Internetanbindung zur Verfügung steht. Aber auch zunehmend mehr Betriebe, seien
es Handwerker, Dienstleister, gastronomische oder auch landwirtschaftliche Betriebe
sind auf die ‚Digitale Autobahn‘ angewiesen.
Somit begann die Planungsphase für das Projekt. Unterschiedlichste Trassenverläufe
wurden geplant, geändert, verworfen und wieder neu geplant. Schließlich ergab sich
eine umsetzbare Alternative. Da die Trassenführung primär auf privatem Grund
erfolgte, mussten im Anschluss für 195 Grundstücke sogenannte
Bauerlaubnisverträge mit den Grundeigentümern abgeschlossen werden. Hierbei galt
es, viel Überzeugungsarbeit zu leisten und eine Reihe von zum Teil Jahrzehnte-alten
Nachbarschaftsstreitigkeiten zu lösen, denn für die Nutzung der Flächen und auch für
den Ernteausfall erhielten die Grundstückseigentümer keine Entschädigung. Trotzdem
konnten innerhalb von vier Wochen alle erforderlichen Verträge abgeschlossen
werden. Die Genehmigung des Kreis Paderborn zur Querung der Kreisstraßen lag
übrigen binnen sieben Tagen als eine der ersten vor.
Die Corona-bedingten Abstandregelungen und Hygieneanforderungen erforderten
besondere Maßnahmen bei der Durchführung der Baumaßnahmen. So wurde z. B.
ständige eine mobile Waschstation auf den Baustellen mitgeführt.
Über 60 Personen haben sich durch Eigenleistung in das Projekt eingebracht. Es war
geplant, vor Beginn der Vegetationsperiode 2020 zu beginnen und bis Ende Juni mit
den Erdarbeiten fertig zu werden. Dort wo möglich, wurden die Leerrohre in
Zusammenarbeit mit einen Lohnunternehmer und einem speziellen Pflug eingepflügt.
Auch in diesem Projekt hat sich eine Projektplanerweisheit erneut bewahrheitet:
‚Planung ist der Ersatz des Nichtwissens durch den Irrtum‘. Sowohl das Einpflügen,
als auch die anschließenden Tiefbauarbeiten verliefen deutlich schneller als geplant.

 Raupe

Bild 2: Der 400 PS starke Raupenschlepper mit dem Spezialpfug, der bis zu 6 Leerrohre
gleichzeitig einpflügen kann.

 

Ca. 13,5 der 16 Kilometer langen Trasse konnten hiermit Ende April 2020 bereits
realisiert werden. Bisher wurde das Verfahren nur im flachen Münsterland mit seinen
tiefen Böden durchgeführt. Aber auch in den Ettelner Tälern und bei den Mergel- und
Fels-durchsetzten Böden hat die Maschine ihre Bewährungsprobe bestanden. Bei
Bedarf wurde die 400 PS starke Maschine um zusätzliche Pferdestärken durch
vorgespannte Traktoren ergänzt.
Anschließend mussten weitere 2,5 Kilometer Trassen mit Baggern erstellt und 47
Häuser und Betriebe angeschlossen werden. Ursprünglich war geplant, hierfür Bagger
zu leihen, aber es stellte sich heraus, dass Etteln eines der Dörfer mit der höchsten
Baggerdichte im Privatbesitz ist. Bis auf einen Fugenschneider zum Auftrennen von
Asphaltdecken musste keine Maschine geliehen werden. Bis zu fünf Bagger mit einem
Einsatzgewicht zwischen 1,5 und 15 Tonnen waren über Wochen jeden Abend im
Einsatz.
Um die Treibstoffkosten für die Maschinen, die Versicherung bei der LVM,
Materialkosten oder auch Kosten für die Verpflegung der Helfer zu bestreiten, wurde
eine sogenannte ‚Buddelkasse‘ eingerichtet. Ursprünglich war geplant, dass jeder
Anschlussnehmer 200,- € in die Buddelkasse zahlt, um die veranschlagten 10.000,-
zusammen zu tragen. Aber auch hier zeigte sich erneute die intakte Dorfgemeinschaft
in Etteln. Viele Privatpersonen und Vereine spendeten in die Buddelkasse. Hierzu
zählten auch Bürgerinnen und Bürger, die das Projekt unterstützen wollten, aber
wenig Zeit oder nicht die erforderlichen Qualifikationen hatten. Besonders
hervorzuheben sind die Landfrauen: Sie haben in Eigenleistung Mund-Nase-Masken
genäht und diese beim örtlichen Bäcker gegen eine Spende angeboten. Der Erlös von
über 2.000,- Euro floss direkt in die Buddelkasse.
Nach dem Verlegen der Leerrohre bis in die einzelnen Häuser erfolgte das Einblasen
der Glasfaser. Auch hier wurde mit einer Spezialfirma zusammengearbeitet, die in
Summe über 30 Kilometer Glasfaser in die Leerrohre eingeblasen hat. Danach
wurden die einzelnen Glasfaseradern durch Mitarbeiter der Firma Muenet miteinander
verbunden, das sogenannte ‚Spleißen‘.

 spleien

Bild 3: ‚Spleißen‘ der einzelnen Glasfasern mit Hilfe eines Lichtbogens

 spleien kasette

Bild 4: Einlegen der Glasfasern in die Spleißkasetten, die anschießend in einem Gehäuse im

 

Boden vergraben werden.
Abschließend wurden die Glasfasermodems in den einzelnen Häusern und
landwirtschaftlichen Betrieben installiert. Somit war das Glasfasernetz im
Außenbereich von Etteln fertiggestellt, es fehlte nur noch der Anschluss an das
globale Internet.
Auch hier funktionierte die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnern in
hervorragender Weise. Die Deutsche Glasfaser hatte bereits im Vorfeld eine
bestehende Glasfaserleitung der Westfalen Weser in Etteln angemietet. Über diese
Leitung wurde der zentrale Anschlusspunkt der Deutschen Glasfaser für Etteln (PoP –
Point of Presence) angebunden. Von hier wurde eine einzelne Glasfaser zu dem
‚Multifunktionsgehäuse‘ für den Außenbereich geführt. Damit war die noch
erforderliche Verbindung geschlossen.
Somit kann am 29.07.2020 das Glasfasernetz für den Außenbereich in Etteln offiziell
in Betrieb genommen werden. Hiermit hat Etteln als erster Ort im gesamten Kreis
Paderborn die ‚Weißen Flecken‘ geschlossen und die Häuser im Außenbereich von
Etteln verfügen sogar früher über einen schnellen Internetanschluss als die Häuser im
Bereich des Polygons der Deutschen Glasfaser – wer hätte dies vor eineinhalb Jahren
im Rahmen der Infoveranstaltung der Deutschen Glasfaser in der Gemeindehalle in
Etteln gedacht?
Eines der größten ehrenamtlichen Projekte der Ettelner Dorfgemeinschaft in den
letzten Jahrzehnten nähert sich seinem erfolgreichen Abschluss.
In Summe wurden über 3.500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit von über 60 Helferinnen
und Helfern erbracht. Zudem wurden über 20 Bagger, Traktoren und Maschinen
kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies entspricht einen Gegenwert von mehreren
hundert Tausend Euro.

 Mannschaft

Bild 5: Ein Teil der Helferinnen und Helfer und Maschinen des Glasfaserprojektes Etteln

 


Ulrich Ahle zu Abschluss des Projektes: ‚Sowohl für die Gemeinde Borchen, als auch
für die Steuerzahler hat sich das Engagement der Ettelner Bürgerinnen und Bürger
bezahlt gemacht. Bei 65.000,- Euro pro Anschluss im Programm ’Weiße Flecken‘
hätte der Anschluss der 47 Gebäude in Etteln bei öffentlicher Förderung und der
Einhaltung der dort geforderten Ausbaustandards gut drei Millionen Euro gekostet. Bei
der jetzt erfolgten ehrenamtlichen Umsetzung des Projektes in Etteln musste die
öffentliche Hand nicht einmal 50.000,- Euro aufbringen. Die vom Rat der Gemeinde
Borchen zugesagten Mittel wurden nicht im vollen Umfang benötigt.
Volkswirtschaftlich eine herausragende Lösung, die gleichzeitig die Ettelner
Dorfgemeinschaft weiter stärkt. Zudem wird Etteln für neue Mitbürgerinnen und
Mitbürger noch attraktiver.‘

Der Projektverlauf in Zahlen:

• Erstes Treffen mit der Firma Muenet, Bürgermeister Reiner Allerdissen und Ortsvorsteher Ulrich Ahle: 10.01.2020

• Multiplikatorentreffen: 24.01.2020

• Ratsentscheidung zur Bezuschussung des Projektes in Höhe von bis zu 50.000,- €: 30.01.2020

• Infoveranstaltung im Bürgerhaus und Beginn der Nachfragebündelung: 03.02.2020

• Ettelner Jahresauftakt im Bürgerhaus und Bekanntgabe der erfolgreichen Beteiligungsquote von über 80%: 21.02.2020

• Trassenplanung und Abschluss der Bauerlaubnisverträge für 195 zu nutzenden Grundstücke bis Ende März 2020

• Erstellung der Leerrohrplanung und Einholung der Fremdleitungspläne bis 17.04.2020

• Beginn der Tiefbauarbeiten: 20.04.2020

• 13.500 Meter Pflugstrecke

• 2.500 Meter Baggerstrecke

• 40 Straßen- und Wegeunterquerungen mit der Erdrakete

• 30.000 Meter Leerrohr und Glasfaser

• Einbau von über 200 Tonnen Sand zum Schutz der Leerrohre

• Einblasen der Glasfaser ab 18.05.2020

• Installation der Modems in den Gebäuden ab 03.06.2020

• Anschluss an das internationale Glasfasernetz 15.07.2020

• Offizielle Inbetriebnahme 29.07.2020

Mit diesem Projekt hat die Ettelner Dorfgemeinschaft in hervorragender Weise einen
innovativen Einsatz zur Weiterentwicklung und dem langfristigen Erhalt ihres
Heimatdorfes geleistet. Und auch dieses Projekt stärkt weiter das Zusammenleben
innerhalb des Ortes und der gesamten Gemeinde, aber auch im Kreis Paderborn, da
die Dorfgemeinschaft gerne bereit ist, ihre Erfahrungen weiterzugeben und auch
anderen damit zu helfen.



ETTELN ...da ist mehr drin!